Die NaturGenussroute ist ein Projekt der NABU-Naturschutzstation Münsterland e. V.

NSG Venner Moor

Östlich von Senden befindet sich das ca. 150 ha große Naturschutz- und Natura 2000-Gebiet Venner Moor. Relikte dessen, was sich vor 4000 Jahren zu entwickeln begann, können hier entdeckt werden.


Das Hochmoor, das eine Torfmächtigkeit von bis zu drei Metern erreicht, begann sich auf den eiszeitlichen Sanden in einer abflusslosen Senke am Rande der Davert zu bilden.

In früheren Jahrhunderten wurde das Moor durch Hand-Torfstich entwässert und abgetorft. Noch um 1890 stellte die Gewinnung des Weißtorfes einen wichtigen Erwerbszweig dar. Erst um 1964, als nur noch eine Restmoorfläche von etwa vier Hektar übrig geblieben war, wurde die Torfnutzung ganz aufgegeben. Der nördliche Teil des Moores wurde 1882 durch den Bau des Dortmund-Ems-Kanals durchschnitten. Als 1954 das Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde, waren bereits große Flächen mit Birken und Kiefern bewaldet. Um eine weiteres Zurückgehen der Moorflächen zu verhindern und eine Regeneration einzuleiten werden seit den 1960er Jahren vom Forstamt Münster verschiedene Maßnahmen durchgeführt. Nach Schließung der Entwässerungsgräben haben sich die sechs großen, im Zentrum liegenden Torfstiche mit Wasser gefüllt und eine typische Moorvegetation breitet sich langsam wieder aus. Hier sind Torfmoose, Wollgras und der fleischfressende Sonnentau heimisch. Naturschutzfachlich bedeutende Bereiche wie eine Heidefläche werden regelmäßig freigestellt, um gefährdete, auf volle Besonnung angewiesene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Trotz des Raubbaus am Venner Moor wird es als „noch renaturierungsfähiges, degradiertes Hochmoor“ bezeichnet: als nach FFH-Richtlinie schützenswerten Lebensraumtyp also. Weitere Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse sind Moorwälder, feuchte Heidegebiete mit Glockenheide und Übergangs- und Schwingrasenmoore. Hier haben einige stark gefährdete und interessante Arten überlebt, wie zum Beispiel der Grönländische Sumpfporst, der hier landesweit sein einziges Vorkommen hat. Krickente, Baumfalke und Waldwasserläufer sind nur einige Vogelarten, die über die Lebensräume hinaus wichtige Gründe für die Ernennung des Venner Moores zum Natura 2000-Gebiet sind.

Bemerkenswert ist außerdem das Vorkommen der landesweit vom Aussterben bedrohten Kreuzotter im Venner Moor. Sie ist die einzige hierzulande vorkommende Giftschlange, jedoch harmloser als ihr Ruf. Sie müssen allerdings Glück haben, um die Kreuzotter zu Gesicht zu bekommen, denn sie ist hervorragend getarnt und sehr scheu. Weitere vom Aussterben bedrohte Arten, wie die fünf Zentimeter große Maulwurfsgrille, oder seltene Moorlibellen, z.B. die Nordische Mosaikjungfer, sind hier ebenfalls zu finden.

Entdecken Sie auf zwei Rundwanderwege die Tiere und Pflanzen der zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter stimmungsvollen Moorlandschaft. Eine Wanderkarte kann bei der Naturförderstation im Kreis Coesfeld, die das Venner Moor naturschutzfachlich betreut, bezogen werden.